Steigende Qualitätsansprüche in der Fertigung können oft nur durch den Einsatz zerstörungsfreier Prüfverfahren abgesichert werden. Hierbei spielt die Rissprüfung eine wesentliche Rolle. Das am häufigsten verwendete Verfahren ist die manuelle oder (halb-) automatisierte Streuflussprüfung mit Magnetpulver und optischer Auswertung.
Bei den optischen Verfahren sind subjektive Einflüsse nicht auszuschließen und ein hoher Personalaufwand notwendig. Eine vollständige Automatisierung war nicht in allen Fällen möglich.
Im magnetisierten Werkstoff werden die Magnetfeldlinien an eventuell vorhandenen Materialtrennungen wie z.B. Rissen abgelenkt, wobei senkrecht zur Magnetfeldrichtung stehende Trennflächen den größten Einfluss besitzen. Im Falle oberflächennaher Fehler bewirkt dies eine lokale Zunahme der tangentialen Magnetfeldstärke an der Oberfläche des zu prüfenden Bauteils (siehe Abblidung 1).

Mit Hilfe von Giant-Magneto-Resistance (GMR)-Sensoren werden die tangentialen Magnetfeldanteile erfasst. Der Giant-Magneto-Resistance-Effekt basiert auf der drastischen Abnahme des elektrischen Widerstandes der aus der Sonde bestehenden Werkstoffe, wenn die Sonde sich in einem äußeren Magnetfeld befindet.

Mittels neuartiger hochempfindlicher Magnetfeldsensoren ist es heute möglich, die magnetischen Streufelder unmittelbar messtechnisch zu erfassen. Einzelne Sensorelemente oder Sensorgruppen (siehe Abblidung 2) werden hierzu von einem Manipulatorsystem über die Oberfläche des magnetisierten Bauteils geführt. Hierdurch können die oben beschriebenen physikalischen Effekte auch ohne Magnetpulver-Prüfmittel zum Rissnachweis ausgenutzt werden. Folgende Abbildung zeigt ein Beispiel:
